24.03.2007
Porsche steigert die Beteiligung an VW
Der Sportwagen-Konzern Porsche will seinen Einfluss bei VW vergrössern. Das Stuttgarter Unternehmen beabsichtigt, die Beteiligung von derzeit 27,3 auf 31 Prozent zu erhöhen. Damit wird ein Pflichtangebot nötig. Eine Übernahme von VW ist in der Porsche-Konzernleitung jedoch offiziell kein Thema.
Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche will bei Europas grösstem Autokonzern VW die Kontrolle übernehmen. Die Porsche-Konzernleitung wurde überraschend ermächtigt, die VW-Beteiligung zu erhöhen und ein Pflichtangebot für VW zu unterbreiten.
«Der Verwaltungsrat der Porsche AG hat die Konzernleitung in seiner heutigen ausserordentlichen Sitzung ermächtigt, die Beteiligung an der Volkswagen AG von derzeit 27,3% auf bis zu 31% der Stammaktien zu erhöhen und damit ein Pflichtangebot für Volkswagen abzugeben», teilte Porsche am Samstag in Stuttgart mit.
30 Prozent als Schwelle
Die Konzernleitung beabsichtige, diese Ermächtigung kurzfristig auszunutzen. Porsche verfüge über eine jederzeit ausübbare Option zum Kauf von bis zu 3,7% der VW-Stammaktien. Das Pflichtangebot werde nach Überschreitung der Stimmrechtsschwelle von 30% allen VW-Aktionären unterbreitet, hiess es in der Mitteilung.
Mehrheit kein Thema
Porsche strebt zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch keine Übernahme von Europas grösstem Autobauer Volkswagen an. «Wir zielen nicht auf eine Mehrheit», sagte ein Porsche-Sprecher. Porsche wolle bei VW lediglich die Beteiligungsschwelle von 30 Prozent überschreiten, um damit ein Pflichtangebot zur Übernahme auszulösen «und von dem Moment an jede Freiheit haben zu reagieren».
Preis wird nicht erhöht
Porsche will im Rahmen des Pflichtangebots denn auch lediglich den gesetzlichen vorgeschriebenen Mindestpreis anbieten. «Dieser beläuft sich für die VW-Stammaktien voraussichtlich auf 100,92 Euro.» Ein Aufschlag sei nicht angemessen, «da sich der Kurs der VW-Stammaktien seit Einstieg des Stuttgarter Sportwagenherstellers bereits mehr als verdoppelt und der der VW-Vorzugsaktien annähernd vervierfacht hat».
Am Freitag war der Kurs, angetrieben von Übernahmespekulationen, um mehr als 6 Prozent auf 117,70 Euro nach oben gesprungen.

